11.05.2005 | Saarbrücken braucht grenzüberschreitenden ÖPNV

Grüne: Anschluss nach Forbach nicht auf die lange Bank schieben

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat kritisieren, dass die Planungen für einen Ausbau der Saarbahnstrecke nach Forbach auf Eis gelegt wurden. Der verkehrspolitische Sprecher Guido Vogel erklärt hierzu: „Die Saarbahn hat ihre Stärken vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr und trägt dort zu einer echten Aufwertung des ÖPNV bei. Deshalb ist es für uns absolut nicht nachvollziehbar, warum die Saarbahn nicht in absehbarer Zeit nach Forbach fahren soll.“
Wichtige technische Voraussetzungen wie z.B. die Abzweigung auf die neue Strecke seien bereits vorhanden. Die benötigten Mehrsystemfahrzeuge für die verschiedenen Stromspannungen stünden ohne Probleme zur Verfügung.
Die Linie nach Forbach würde außerdem auch dazu beitragen, den innerstädtischen Verkehr zu entlasten, wenn z.B. ein Haltepunkt am Calypso-Bad gebaut werden würde. Das Argument der Saarbahn, dass die Planungen für den Ausbau der Linie 2 von Völklingen nach Neuscheidt die Planungen für einen Ausbau nach Forbach blockieren, sei für die Grünen nicht nachvollziehbar. Vogel hierzu: „Es ist wichtig, frühzeitig mit der SNCF und der Deutschen Bahn AG zu verhandeln, um mittelfristig von der Planung in die Umsetzung zu kommen.“
Nicht nachvollziehbar sei für die Grünen auch das Argument von Stadtverbandspräsident Michael Burkert, der den demografischen Wandel gegen einen Saarbahnausbau in Richtung Forbach anführt. Vogel hierzu: „Genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade wegen dem demografischen Wandel ist es wichtig, dass Saarbrücken gegenüber anderen Städten konkurrenzfähig bleibt. Nur mit einem gut ausgebauten Nahverkehrssystem, das wesentlich zur Attraktivität und Lebensqualität beiträgt, kann man in der Konkurrenz gegenüber anderen Städten bestehen.“
Die Diskussion um den Saarbahnausbau nach Forbach mache wieder einmal deutlich, dass das Zusammenwachsen der europäischen Regionen in der Praxis oftmals blockiert werde. „In Sonntagsreden wird immer wieder vom vereinten Europa gesprochen und bei ganz konkreten Projekten im Saar-Lor-Lux-Raum werden wichtige Schritte zur Umsetzung verpasst“ so Vogel abschließend.

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