Ein Beitrag von Patricia Schumann
Saarbrücken hat den Anspruch, eine familienfreundliche Stadt zu sein. Diesem Anspruch kann sie jedoch nur gerecht werden, wenn öffentliche Infrastruktur im Alltag ohne Umwege und Hürden funktioniert. Ein Beispiel sind sanitäre Einrichtungen: Unterschiedliche Lebensrealitäten – etwa von Familien mit Kindern, Alleinerziehenden oder Betreuungspersonen – treffen auf eine Infrastruktur, die nach Geschlechtern getrennt organisiert ist und dadurch nicht in allen Alltagssituationen praktikabel nutzbar ist. Deshalb gewinnen Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden an Bedeutung. In vielen Städten oder Einrichtungen wie Hochschulen werden bereits Einzelkabinen als alltagstaugliche Lösungen umgesetzt.
Gleichzeitig zeigt sich in Saarbrücken ein weiteres Defizit in der Familieninfrastruktur: Es gibt zu wenige Wickelmöglichkeiten im öffentlichen Raum – nicht nur auf Toiletten, sondern auch auf Spielplätzen oder in Grünanlagen. Andere Städte gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran und bauen entsprechende Angebote gezielt aus, etwa durch zusätzliche Wickelmöglichkeiten im öffentlichen Raum oder Pilotprojekte für Outdoor-Wickelstationen, wie etwa in Freiburg.
Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass die Stadt alle bestehenden Wickel- und Stillangebote systematisch erfasst, Lücken klar benennt und Standorte weiterentwickelt. Zudem soll geprüft werden, wo bei Neubauten und Sanierungen Unisex-Toiletten als Standard berücksichtigt werden können. So entsteht eine Stadt, die Gleichstellung und Familienfreundlichkeit im Alltag sichtbar umsetzt.

