Grüne fordern mehr Schutz vor Catcalling und sexualisierter Belästigung im öffentlichen Raum

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert Bund und Länder auf, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, um wirksam gegen sogenanntes Catcalling und andere Formen sexualisierter Belästigung im öffentlichen Raum vorgehen zu können. Auch die Landeshauptstadt Saarbrücken müsse ihre Möglichkeiten prüfen, um für das Thema zu sensibilisieren. 

“Sexualisierte Belästigungen im öffentlichen Raum werden häufig unter dem Begriff „Catcalling“ zusammengefasst. Hierzu zählen beispielsweise anzügliche Bemerkungen und Geräusche, Hinterherpfeifen, aufdringliches Anstarren oder andere unerwünschte sexualisierte Verhaltensweisen. Eine aktuelle Umfrage besagt, 42 % aller Frauen in Deutschland haben haben „Catcalling“ bereits erlebt, 83 % der Betroffenen empfanden diese Erlebnisse als belastend oder einschüchternd”, erklärt die frauenpolitische Sprecherin, Patricia Schumann.

“Der Kommentierende fühlt sich berechtigt, öffentlich zu bewerten und schafft damit eine Hierarchie – und gleichzeitig eine Bedrohungssituation –  in der die Frau zum Objekt wird. Solche Situationen beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl von Frauen im öffentlichen Raum. Betroffene fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt, sie verändern ihr Verhalten, fühlen sich beispielsweise auf dem Nachhauseweg unsicher, meiden bestimmte Plätze, bestimmte Situationen oder das Alleine unterwegs sein zu bestimmten Tageszeiten”, ergänzt Patricia Schumann.

Eine offene und lebenswerte Stadt müsse jedoch allen Menschen die gleiche Freiheit und Sicherheit bieten. Schumann: “Aus unserer Sicht sind Bund und Länder gefordert, die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dort, wo Schutzlücken bestehen, müssen geeignete Regelungen geschaffen werden, damit Formen sexualisierter Belästigung wirksam bekämpft werden können. Ein rechtssicherer Rahmen ist Voraussetzung dafür, dass zuständige Stellen angemessen handeln können.”

Gleichzeitig sehen die Grünen auch die Kommunen in der Verantwortung: “Städte können durch Aufklärung, Sensibilisierung und Unterstützung von Betroffenen dazu beitragen, das Thema sichtbar zu machen und das Bewusstsein in der Gesellschaft zu stärken. Ziel muss sein, dass sich alle Menschen unabhängig von Geschlecht oder Alter im öffentlichen Raum sicher fühlen können. Für uns ist klar: Catcalling ist kein Kompliment, sondern eine Grenzüberschreitung, Catcalling normalisiert Sexismus”, ergänzt Schumann. 

In verschiedenen Städten, wie beispielsweise Köln, wird derzeit diskutiert, mit welchen Maßnahmen Kommunen zur Sensibilisierung, Prävention und Unterstützung von Betroffenen beitragen können. Dabei stehen sowohl rechtliche und ordnungsrechtliche als auch präventive und aufklärende Ansätze im Fokus. Einen solchen Weg müsse die Landeshauptstadt Saarbrücken ebenfalls gehen. 

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