Grüne Stadtratsfraktion: Knappenroth muss Vorbild für modernes Wohnen werden

Die aktuelle Berichterstattung über die Zukunft des Knappenroths zeigt für die Grüne Stadtratsfraktion vor allem eines: Saarbrücken muss neu darüber diskutieren, wie auf der Fläche künftig Wohnraum entstehen kann. Für die Grünen steht fest, dass die bisherigen Planungen nicht einfach fortgeschrieben werden können. Gleichzeitig wäre es falsch, das Projekt grundsätzlich infrage zu stellen.

„Für uns geht es beim Knappenroth um weit mehr als ein Baugebiet. Es geht um die Frage, wie Saarbrücken in Zukunft wachsen und wie die Menschen künftig leben wollen. Wir sehen die Chance, ein Stück Saarbrücken von morgen zu gestalten. Saarbrücken braucht Mut. Mut, neue Wege zu gehen. Mut, Lebensqualität in den Mittelpunkt zu stellen. Und Mut, heute Entscheidungen zu treffen, von denen kommende Generationen profitieren. Der Knappenroth kann zeigen, wie das gelingt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende José Ignacio Rodriguez Maicas.

Die aktuellen Erkenntnisse der Studie zeigen, dass die bisherige Planung nicht einfach fortgeschrieben werden kann. Der Knappenroth braucht nach Ansicht der Grünen Fraktion keinen Projektstopp, sondern einen Neustart mit realistischen Zielen. Für sie gehört ebenfalls dazu auch, die Sorgen der Anwohner:innen ernst zu nehmen.

Rodriguez Maicas: „Einfach weiterzumachen wie bisher wäre genauso falsch wie das gesamte Projekt aufzugeben. Die Herausforderungen am Standort sind offensichtlich. Deshalb müssen wir bereit sein, das Projekt neu zu denken. Viele Menschen vor Ort machen sich Sorgen um mögliche Auswirkungen der Altlasten, um Hochwasserrisiken oder um zusätzliche Verkehrsbelastungen für das Wohnumfeld. Diese Sorgen sind berechtigt und müssen ernst genommen werden. Akzeptanz entsteht nicht durch Beschwichtigungen, sondern durch Transparenz, nachvollziehbare Entscheidungen und die Sicherheit, dass Umwelt- und Gesundheitsschutz an erster Stelle stehen.“

Die Grünen betonen, dass gleichzeitig die Stadt die Entwicklung der Fläche nicht einfach aufgeben dürfe und dass ein Stillstand die aufgezeigten Probleme nicht löse. Die Studie zeige deutlich, dass das Areal nicht so entwickelt werden kann wie ursprünglich gedacht.

„Saarbrücken braucht Wohnraum. Aber wir brauchen Wohnraum, der zu einem modernen, nachhaltigen Saarbrücken passt. Der Knappenroth darf kein Wohngebiet von der Stange werden. Nicht jeder Mensch lebt gleich. Deshalb brauchen wir eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und modernen Mehrfamilienhäusern mit viel Grün, guter Aufenthaltsqualität und möglichst wenig zusätzlicher Versiegelung. Eine gute Nachbarschaft entsteht dort, wo unterschiedliche Menschen ihren Platz finden. Die schönsten Orte eines Quartiers sollten nicht Parkplätze sein sondern Treffpunkte für die Menschen”, erklärt Rodriguez Maicas.   

Die Grünen werben deshalb für einen Neustart in der Diskussion über das Gebiet. Ziel müsse ein Quartier sein, das Wohnraum schafft und gleichzeitig den Herausforderungen von Klimaanpassung, Umwelt- und Gesundheitsschutz gerecht wird.

„Wir wollen uns nicht aber zwischen Stillstand und Schnellschüssen entscheiden müssen. Wir brauchen beides: Tempo dort, wo Wohnraum entstehen kann, und Sorgfalt dort, wo besondere Herausforderungen bestehen. Gleichzeitig müsse für die stark belasteten Bereiche eine langfristige und verantwortungsvolle Lösung gefunden werden. Wenn wir heute auf den Knappenroth schauen, sehen wir nicht nur eine Fläche. Die Frage ist, ob wir den Mut haben, das Projekt an die Realität anzupassen und daraus ein Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung zu machen“, so Rodriguez Maicas abschließend.

Newsletter KW 25 (15.-19.06.20…
Grüne: Wärmeplanung ist Starts…