Die Grüne Stadtratsfraktion Saarbrücken sieht die Planungen für den Neubau der Europäischen Schule grundsätzlich als richtigen Schritt, um die aktuell unzureichende Interimslösung zu beenden. Die Grünen machen jedoch deutlich, dass der aktuell vorliegende Bebauungsplan in zentralen Punkten nachgebessert werden muss – insbesondere bei Umwelt-, Klima- und Freiraumbelangen. Daher werden die Grünen in die Beratungen einen entsprechenden Änderungsantrag einbringen.
„Die Europäische Schule ist ein Leuchtturmprojekt für Saarbrücken. Sie stärkt unsere Stadt als internationalen Bildungsstandort und ist ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Gleichzeitig ist klar: Die Schule arbeitet seit Jahren unter beengten Bedingungen und braucht dringend einen finalen Standort mit guter verkehrlicher Anbindung. Das ist im geplanten Gebiet in Dudweiler zwar der Fall. Allerdings fehlt in den Planungen der Verwaltung eine konsequente Absicherung der ökologischen Belange vor Ort! Der Entwurf setzt zu stark auf eine schnelle bauliche Entwicklung, ohne den bestehenden Naturraum mit Baumbestand, Wasserfläche und seiner Bedeutung für den Umgang mit Starkregen ausreichend zu schützen”, kritisieren die Fraktionsvorsitzenden, Karin Burkart und José Ignacio Rodriguez Maicas.
Die Grünen setzen sich daher mit einem Antrag für Änderungen am Bebauungsplan ein, die klare ökologische Leitplanken setzen. “Ziel muss sein, die vorhandenen Naturstrukturen zu erhalten, den Eingriff in die Fläche so gering wie möglich zu halten und die Planung konsequent an den Anforderungen des Klima- und Umweltschutzes auszurichten. Dazu gehört insbesondere der dauerhafte Schutz des bestehenden Tümpels mit seinem Baumbestand als ökologisch wertvoller Bereich und als möglicher Lernort für die Schule”, ergänzen Burkart und Rodriguez Maicas.
Ebenso fordern die Grünen eine klare Begrenzung der Flächenversiegelung sowie ein verbindliches Konzept zur Regenwasserrückhaltung im Sinne einer Schwammstadt, ergänzt durch Dach- und Fassadenbegrünung und naturnah gestaltete Außenanlagen. “Außer Frage steht für uns außerdem, dass Auswirkungen auf Arten, Natur und Wasserhaushalt umfassend geprüft werden müssen. Auch die wegfallenden Sport- und Vereinsflächen müssen verbindlich ersetzt und ökologisch aufgewertet werden”, fordern Burkart und Rodriguez Maicas.
„Wir stehen klar hinter dem Ziel, dass die Europäische Schule ihren finalen Standort und damit eine gute Zukunftsperspektive erhält. Gleichzeitig trägt die Stadt hier eine besondere Verantwortung für den Erhalt von Natur und Klima vor Ort. Dieses wichtige Projekt muss ökologisch zukunftsfähig umgesetzt werden – gute Bildung und wirksamer Umwelt- und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen konsequent zusammen gedacht werden”, erklären Burkart und Rodriguez Maicas abschließend.
