Zur heutigen Eröffnung der Wasserstofftankstelle auf dem Betriebshof der Saarbahn GmbH erklären die Grünen im Saarbrücker Stadtrat, dass Investitionen in klimafreundliche Antriebe und moderne Infrastruktur grundsätzlich ein richtiger Schritt und ein wichtiger Beitrag für einen zukunftsfähigen öffentlichen Nahverkehr sind. Zugleich reiche die Inbetriebnahme einer Wasserstofftankstelle allein nicht aus, um die Antriebswende in Saarbrücken konsequent voranzubringen. Notwendig sei eine umfassende Gesamtstrategie mit einem klaren Schwerpunkt auf batterieelektrische Busse, ergänzt um Wasserstoff dort, wo dies betrieblich sinnvoll ist.
„Derzeit sind 28 von 163 Busse der Saarbahn mit Brennstoffzellentechnik unterwegs, der überwiegende Teil der Flotte fährt weiterhin mit Diesel. Für uns zeigt dies: Der notwendige Wandel steht noch am Anfang. Die heutige Eröffnung der Wasserstofftankstelle ist somit lediglich ein Zwischenschritt. Entscheidend für die Antriebswende wird sein, eine Strategie auszuarbeiten, die aufzeigt, wie die gesamte Busflotte schnellstmöglich emissionsfrei wird“, erklärt der Fraktionsvorsitzende José Ignacio Rodriguez Maicas.
„Wasserstoff kann in einzelnen Bereichen sinnvoll sein, etwa bei langen Umläufen oder besonderen betrieblichen Anforderungen. Aber er ist keine Wunderlösung. Wer es mit der Verkehrswende ernst meint, muss parallel auf batterieelektrische Busse setzen. Diese Technologie ist vielerorts längst im Alltagseinsatz und darf in Saarbrücken nicht ausgebremst werden“, ergänzt Rodriguez Maicas.
Die Grünen fordern daher einen verbindlichen Zeitplan, um sämtliche Dieselbusse spätestens bis 2030 zu ersetzen. „Die Mindestvorgaben des Bundes aus dem Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz, wonach ab 2026 erst 65 Prozent ‚saubere‘ Busse vorgeschrieben sind, sind unzureichend. Unser Anspruch in Saarbrücken muss bei 100 Prozent emissionsfreier Busflotte liegen – nicht beim gesetzlichen Minimum.
Wer nur das gesetzlich Nötigste erfüllt, handelt zu langsam, zumal der aktuelle Leitfaden des Bundesverkehrsministeriums zum Beschaffungsgesetz deutlich macht, dass Kommunen beim klimafreundlichen Umbau ihrer Fuhrparks mehr Spielraum haben, als vielerorts genutzt wird. So können Kommunen in Ausschreibungen höhere Umweltstandards festlegen, zusätzliche Emissionsfrei-Quoten vorgeben, Lebenszykluskosten wie Energie- und Wartungskosten stärker gewichten und Beschaffungen gezielt auf batterieelektrische Busse ausrichten. Auch mehrjährige Umstellungspläne für komplette Flotten sind möglich“, so Rodriguez Maicas weiter.
„Saarbrücken braucht jetzt Tempo statt Symbolpolitik. Wir erwarten ein Investitionsprogramm für E-Busse, den zügigen Ersatz aller Dieselbusse, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und dort, wo sinnvoll, ergänzende Wasserstofflösungen. Nur so wird aus einzelnen Projekten echte Verkehrswende“, erklärt Rodriguez Maicas abschließend.
