Grüne unterstützen Initiative zum Schutz von Igeln vor Mährobotern – OB Conradt im Städtetag gefordert

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat unterstützt die Initiative aus dem Deutschen Städtetag, zu prüfen, wie die Einsatzzeiten von Mährobotern im Sinne des Tierschutzes besser angepasst werden können. Anlass ist ein Vorstoß der Stadt Lüneburg, der zurzeit bundesweit diskutiert wird.

„Wir unterstützen die Initiative der Bürgermeisterin von Lüneburg ausdrücklich. Der Schutz von Wildtieren muss auch bei moderner Gartentechnik stärker berücksichtigt werden“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Karin Burkart und José Ignacio Rodriguez Maicas.

„Die Zahlen zeigen deutlich, wie groß das Problem ist: Allein zwischen Juni 2022 und Oktober 2023 wurden bundesweit über 370 Igel mit Schnittverletzungen durch Mähroboter gemeldet. Etwa die Hälfte der Tiere starb an den Folgen. Gleichzeitig ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Mähroboter nur tagsüber eingesetzt werden, wenn Igel nicht aktiv sind. Das kann Leben retten.“

Die Grünen betonen außerdem, dass technische Lösungen stärker in den Fokus rücken müssen: „Wer einen Mähroboter nutzt oder anschafft, sollte auf igelfreundliche Technik achten, etwa auf zuverlässige Hinderniserkennung oder Programme, die den Einsatz in den Nachtstunden automatisch vermeiden. Technische Innovation kann hier ganz konkret Leben schützen.“

Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen Oberbürgermeister Uwe Conradt in seiner Funktion als Vizepräsident des Deutschen Städtetages auf, sich aktiv für bessere und einheitliche Regelungen einzusetzen. „Wir erwarten, dass sich Uwe Conradt im Städtetag klar für wirksame und praxistaugliche Lösungen stark macht. Der Braunbrustigel steht bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste und gilt international als potenziell gefährdet. Neben Lebensraumverlust und dem Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle sind auch automatisierte Gartengeräte ein wachsendes Problem. Umso wichtiger ist entschlossenes politisches Handeln.“

Info: Warum ein zeitlich angepasster Einsatz sinnvoll ist

  • Igel sind nachtaktiv und besonders in den Abend- und Nachtstunden unterwegs.
  • Bei Gefahr rollen sie sich ein und können nicht vor Mährobotern fliehen.
  • Rotierende Klingen führen häufig zu schweren, oft tödlichen Verletzungen.
  • Zwischen Juni 2022 und Oktober 2023 wurden über 370 verletzte Igel gemeldet, etwa die Hälfte starb.
  • Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
  • Der Braunbrustigel steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste.