Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat begrüßen den heutigen Beschluss des Stadtrats zur Realisierung des Gedenkorts „Saarbrückens Goldener Kitt“ in der Faßstraße. Damit findet ein über sechs Jahre andauernder politischer Prozess seinen erfolgreichen Abschluss, der 2019 mit einem Antrag der Grünen zur Initiierung eines künstlerischen Wettbewerbs begann.
„Wir freuen uns sehr, dass wir heute im Stadtrat nach Jahren intensiver Diskussionen und engagierter Vorarbeit endlich den Gedenkort zur Erinnerung an die Verfolgung queeren Lebens beschließen konnten. Damit setzen wir ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Vielfalt in Saarbrücken“, erklärt der kulturpolitische Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion, Thomas Brass, der ebenfalls Mitglied der Jury zur Findung des Siegerentwurfs gewesen ist.
Der Siegerentwurf „Saarbrückens Goldener Kitt“ der Münchner Künstlerin Julia Treichel greift die Idee eines „goldenen Risses“ im Straßenpflaster auf – als Symbol für die Brüche, die durch die jahrzehntelange Verfolgung queerer Menschen entstanden sind, und zugleich für Heilung, Sichtbarkeit und Zusammenhalt. Das Werk knüpft an die Tradition der subtilen Erinnerungsorte in Saarbrücken an und fügt sich sensibel in das Umfeld der Faßstraße ein.
„Die Verfolgung queerer Menschen über mehr als ein Jahrhundert hinweg ist ein tiefes Unrecht, das uns verpflichtet, aktiv daran zu erinnern. Über 123 Jahre lang wurden schwule Männer aufgrund des §175 StGB strafrechtlich verfolgt. Mit diesem Gedenkort schaffen wir nicht nur einen Platz der Würdigung, sondern auch ein Zeichen der Solidarität, das Mut macht, für Akzeptanz und Vielfalt einzustehen“, so Brass weiter.
Der Standort in der Faßstraße, unweit früherer queerer Szenelokale, schlägt eine Brücke zwischen der Geschichte und der Gegenwart der queeren Community in Saarbrücken.
Zusätzlich ist ein begleitendes Bauprojekt zur Herstellung barrierefrei begehbarer Bodenflächen im Umfeld des Gedenkorts vorgesehen. Eine Infotafel sowie digitale Zugänge über QR-Codes sollen zudem über die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Geschichte queeren Lebens im Saarland informieren, das in Kooperation mit dem Stadtarchiv, dem LSVD+ Saar und der FrauenGenderBibliothek durchgeführt wurde.
„Wir werden den weiteren Umsetzungsprozess konstruktiv begleiten und uns dafür einsetzen, dass der Gedenkort zu einem lebendigen Ort des Erinnerns, Lernens und der Solidarität wird“, betont Brass abschließend.