Die Grüne Stadtratsfraktion Saarbrücken sieht in der heute vorgestellten Kriminalitätsstatistik ein gemischtes Bild: Zwar sind die Straftaten insgesamt rückläufig, doch bestehen weiterhin ernstzunehmende Herausforderungen. Die Grünen betonen, dass Sicherheit nicht allein durch Polizei und Strafverfolgung, sondern auch durch Prävention, Bildung, Integration und soziale Unterstützung gewährleistet wird.
„Wir begrüßen, dass die Gesamtkriminalität in der Landeshauptstadt im Jahr 2024 rückläufig gewesen ist. Wie die Statistik zeigt, ist die Gesamtzahl der Straftaten um 7,7 Prozent auf 21.839 Fälle im Vergleich zum Vorjahr gesunken, die Aufklärungsquote stieg auf 61,6 Prozent. Das zeigt, dass Prävention und gute Polizeiarbeit wirken. Aber hinter den Zahlen stehen Menschen, die Opfer von Gewalt, Einbrüchen oder Bedrohungen werden. Deshalb muss Prävention weiter im Mittelpunkt stehen – von der sozialen Arbeit über Bildungsprogramme bis hin zur Unterstützung von Opferschutzeinrichtungen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Claudia Schmelzer und Jeanne Dillschneider.
„Besonders die hohe Zahl häuslicher Gewalt mit 922 registrierten Fällen zeigt, dass wir weiter und verstärkt in Hilfsangebote investieren müssen, das heißt in Beratungsstellen, Frauenhäuser und Schutzprogramme für Kinder. Wer Kriminalität wirklich reduzieren will, muss bei den häufigsten Ursachen ansetzen: soziale Benachteiligung, Armut, fehlende Integration und Gewalt in Familien“, so Schmelzer und Dillschneider weiter.
Die Grünen fordern zugleich das Land auf, die Polizei personell so auszustatten, dass eine spürbare Präsenz vor Ort gewährleistet ist. „Polizei auf der Straße ist nicht nur ein Schlüssel für Prävention, sondern auch für das Sicherheitsgefühl der Bürger:innen. Dafür braucht es ausreichend Personal und moderne Ausrüstung. Zusätzlich setzen wir uns für die Einrichtung einer City-Wache in der Innenstadt ein, die als sichtbare Anlaufstelle für Bürger:innen dient, sowie für eine verstärkte Präsenz der Bundespolizei am Hauptbahnhof“, so Schmelzer und Dillschneider.
Abschließend betonen die Grünen, dass die Statistik klar macht: Kriminalität ist vielschichtig und darf nicht pauschalisiert werden. „Der Rückgang sowohl bei deutschen (-9,1 %) als auch bei nichtdeutschen Tatverdächtigen (-4,0 %) unterstreicht, dass einfache Schuldzuweisungen ins Leere laufen. Sicherheit entsteht dort, wo wir als Gesellschaft gleiche Chancen schaffen und niemanden zurücklassen“, so Schmelzer und Dillschneider.