Mut zur Wut: Grüne im Stadtrat Saarbrücken würdigen Ausstellung „Die Wut ist weiblich“

Die Grünen im Stadtrat Saarbrücken würdigen die Ausstellung „Die Wut ist weiblich“ der Fotokünstlerin Rosa Engel, die am Montagabend im Hauberrisser Saal des Saarbrücker Rathauses eröffnet wurde. Die Ausstellung thematisiert die gesellschaftliche Rolle weiblicher Wut und stellt sie als legitimen und wichtigen Teil weiblichen Empfindens dar.

„Es ist gut und wichtig, weibliche Wut sichtbar zu machen. Weibliche Wut ohne Scham und Schuldgefühle offen zu präsentieren, heißt, einen wichtigen Teil weiblichen Alltags und Empfindens ins Licht zu rücken“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Patricia Schumann. „Diese Ausstellung setzt damit einen Gegenentwurf zur Realität, in der es leider immer noch viel zu häufig heißen müsste: Die unterdrückte Wut ist weiblich.“

Schumann macht deutlich, dass Wut und Aggression in unserer Gesellschaft noch immer vor allem Männern zugestanden werden: “Weibliche Wut ist hingegen immer noch verpönt. Bei Frauen wird Wut häufig als „Hysterie“ – ein Ausdruck, der sich aus dem altgriechischen Wort „hystéra“, Ausdruck für die weibliche Gebärmutter herleitet – oder als emotionale Überreaktion konnotiert und abgewertet. Mädchen wurden und werden noch immer dazu erzogen, angepasster, „lieber“ und braver zu sein, weniger „wild“ als ihre männlichen Altersgenossen, und ihre Wut zu unterdrücken.” 

 Das Unterdrücken von Wut habe jedoch schwerwiegende Folgen: „Unterdrückte Wut führt häufig zu Erschöpfung, zu einem Gefühl des Ausgebranntseins, im schlimmsten Falle zu Depression oder anderen Folgeerkrankungen. Die Wut richtet sich am Ende nicht selten gegen die Person selbst, Autoimmunerkrankungen sind ebenfalls eine mögliche Folge”, so Schumann weiter: “Es entsteht somit nicht nur ein individueller, gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Schaden, es führt auch dazu, dass Frauen sich in Wutsituationen häufig ohnmächtig fühlen,  sich nicht trauen, ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Nicht selten empfindet eine Frau eine „ohnmächtige Wut“. Dabei sollte Wut eigentlich dazu dienen, sich abzugrenzen, sich laut und nachdrücklich zu wehren.” 

Wut Ausdruck zu verleihen, sei insbesondere in Zeiten wichtig, in denen Gewalt gegen Frauen, verbale und sexualisierte Übergriffe zum weiblichen Alltag gehören und stetig im Zunehmen begriffen sind. „Die Ausstellung von Rosa Engel leistet einen wertvollen Beitrag, weibliche Wut aus der Tabuzone zu holen und ihr die gesellschaftliche Anerkennung zu geben, die sie verdient“, betont Schumann abschließend.