Der Pavillon in der Johannisstraße ist ein wichtiger Aufenthaltsort für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Dort finden die Besucher:innen Schutz, soziale Begleitung und niedrigschwellige Hilfe – und genau deshalb ist es so wichtig, ihn zu erhalten. Die SPD-Stadtratsfraktion hingegen hat beantragt, den Pavillon zum Jahresende zu schließen, falls bis dahin kein Alternativstandort gefunden wird.
Wir fragen uns, wo das soziale Gewissen der Sozialdemokraten geblieben ist, und konnten den Antrag mit einer Mehrheit abwenden! Statt Ausgrenzung brauchen wir Perspektiven und zusätzliche Angebote für die betroffenen Personen. Wir setzen auf ein ergänzendes Tagesaufenthalts-Angebot nach dem Kieler „Trinkraum“-Konzept: geschützte Räume, sozialpädagogische Begleitung, Akzeptanz von Alkoholkonsum, Duschmöglichkeiten, Schließfächer, vertrauliche Beratung, Gruppenangebote und enge Anbindung an Streetwork. Mit einem solchen Angebot, wie wir es im Stadtrat bereits beschlossen haben, können wir marginalisierte Menschen gezielt unterstützen, ohne sie zu vertreiben.
Die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen: Die Sozialarbeit wurde verstärkt, ein Sicherheitsdienst eingeführt, die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert, und die Suche nach Räumlichkeiten für das Tagesaufenthalts-Angebot hat begonnen. Eine Schließung des Pavillons würde Probleme nur verschieben, aber nicht lösen. Wir setzen auf Unterstützung statt Ausgrenzung, auf Prävention, Sozialarbeit und Quartiersentwicklung. Nur so können wir die Situation nachhaltig verbessern!

Thomas Brass