18.05.2011 | Saarbrücken hat CO2-Bilanz erstellt

Grünen-Stadtratsfraktion lobt das Engagement des städtischen Umweltamtes

Zur jetzt erstmals für Saarbrücken erstellten umfassenden Kohlendioxid- (CO2-) Bilanz spricht der Umweltpolitische Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion, Jürgen Meyer, den Beschäftigten des städtischen Umweltamtes Glückwünsche aus:

„Nachdem 2010 der Stadtrat die Aufstellung eines neuen Klimaschutzkonzeptes für die LHS beschlossen hatte und die Stadt dem Klima-Bündnis beigetreten ist, hat das
städtische Amt für Klima- und Umweltschutz eine CO2-Bilanz erstellt. Damit verfügen wir nun über eine Grundlage, unsere Anstrengungen zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen besser bewerten und mit den anderen Städten des Klimabündnisses auch vergleichen zu können. Eine unerlässliche Grundlage um das Ziel im Klimaschutzkonzept zu erreichen: bis 2020 eine Reduktion von 40% bis hin zu 80% im Jahr 2050.

Die jetzt vorliegende Bilanz zeigt die Entwicklung der Jahre 1990 bis 2009 auf und lässt Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Maßnahmen zum Klimaschutz zu.
Die fehlende Datengrundlage mit berücksichtigt – so wurde der industrielle Bereich nicht mitbilanziert – bewegt sich die tatsächliche Reduktion bei knapp unter 30%. Ein durchaus beachtliches Ergebnis, zieht man die positive wirtschaftliche Entwicklung mit einem Plus von 9.000 Arbeitsplätzen in dieser Zeit mit hinzu.

Um die ehrgeizigen Ziele bis 2050 zu erreichen, wird aber der massive Ausbau der erneuerbaren Energien nötig sein. Was die Stromerzeugung durch Photovoltaik auf Dachflächen angeht, ist Saarbrücken gut aufgestellt: fast ein Viertel des Strombedarfs könnten hier jährlich erzeugt werden. Zusätzliche Möglichkeiten wie Freiflächensolaranlagen auf Altdeponieflächen oder entlang von Autobahnen und Windkraftanlagen werden z.Z. geprüft und von uns ausdrücklich unterstützt. Auch die Neuausrichtung der Stadtwerke in Richtung Eigenerzeugung von Strom mit Gas und Erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Baustein das Klimaschutzkonzept umzusetzen.
Die größten Einsparpotenziale liegen jedoch im Wärmebedarf. Aus diesem Grund muss in den kommenden Jahren bei Neubauten der Stadt Saarbrücken der Standard für Passivhäuser zur Regel werden. Ebenso bedarf es einer ernsthaften Verkehrswende mit einer drastischen Steigerung des Umweltverbundes aus Bus, Saarbahn, Fahrrad und Fußverkehr.
Es wird Zeit, dass wir den Worten Taten folgen lassen. Wir sind überzeugt, dass wir mit Unterstützung des neuen Fahrradbeauftragten den Radverkehrsanteil in Saarbrücken auf Bundesdurchschnitt steigern können um somit einen weitern Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“.

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